Hormonkosmetik

Die Verschreibung von Hormonkosmetika stellt in unserer Praxis eine wertvolle Ergänzung im Bestreben um eine schöne und gesunde Haut dar, mit dem Ziel die Zeichen von Hautalterung zu reduzieren und zu verlangsamen.

Neben der sehr individuellen Auswahl der hormonellen Wirksubstanzen empfehlen wir ein Kombination mit andren wirksamen Pflegestoffe, wie z.B. Vitamin A-Säure (Tretinoin) und Vitamin C. Vitamin A-Säure hat sich in vielen Studien als eine wirksame Substanz gegen UV-Licht-bedingte Hautalterung bewährt, darüber hinaus regt sie die Kollagensynthese der Haut an.

Entscheidend für einen positiven Effekt auf unsere Haut ist es, die Wirkstoffe durch die oberflächlichen Hautschichten hindurch an die tieferen und wirklichen Wirkorte zu schleusen. Daran scheitern viele der gängigen Kosmetikprodukte.

Dazu werden in den von uns rezeptierten Hormoncremes Liposomen als Trägersubstanzen verwendet. Diese können durch ihren besonderen Aufbau (wässrige Innenphase und lipophile Außenphase) die Hormone und zusätzliche Pflegestoffe gut in die Haut transportieren, dort eine Depotwirkung erzielen und selbst als optimale „ Moisturizer“ (Feuchtigkeitsspender) wirken.

Hormone und unsere Haut

Unsere Haut ist ein großes Hormonorgan. Sie produziert selber Hormone und wird von Hormonen anderer Drüsen des Körpers stark beeinflusst.
Demzufolge hat ein Nachlassen der Hormonproduktion mit zunehmendem Alter (ca. ab 45. Lebensjahr) auch große Auswirkungen auf unsere Haut. Eine verlangsamte Neuproduktion und ein vermehrter Abbau kumulieren.

Östrogene

Funktion in der Haut: Östrogene stimulieren die kollagenbildenden Zellen (Fibroblasten) der Haut. Sie sind damit verantwortlich für die Kollagen- und Elastinsynthese und eine hohe Wasserbindungskapazität der Epidermis. 

Gestagene (Gelbkörperhormon-Progesteron)

Funktion in der Haut: Progesteron reduziert den Kollagenabbau in der Haut durch Hemmung der Matrix-Metalloproteinase. Sie sorgen damit für eine straffe und elastische Haut.

Unter einer Creme mit Östrogenzugabe können folgende Veränderungen an der Haut erreicht werden:

  • Zunahme der Hautdicke
  • Reduktion von Falten
  • Erhöhung des Kollagengehaltes
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Verbesserung von Wundheilung
  • Steigerung des Haarwachstums

In hormonkosmetischen Rezepturen ist die Auswahl und Konzentration des richtigen Östrogens von entscheidender Bedeutung, um eine Wirkung auf den gesamten Körper auszuschließen. Die Art der Östrogene in Cremes ist nicht gleichzusetzen mit den Östrogenen, die bei der Hormonersatztherapie (HRT) in der Menopause in Gelen und Pflastern verwendet werden.

Gestagene (Gelbkörperhormone)

können in der Haut kollagenabbauende Substanzen (Matrix-Metalloproteinase) hemmen und so zu einer Stimulierung der Kollagensynthese beitragen. Dadurch wird die Haut straffer und elastischer.
Zusätzliche medizinische Wirkungen :
Besserung der Rosacea, Verminderung der Talgproduktion bei zur Akne neigenden Haut, Besserung von androgenetischem Haarausfall.

Androgene (männliche Hormone)

Die Anwendung von Androgen in der Hormonkosmetik ist bei der Behandlung der Cellulite (Orangenhaut) bei Frauen sinnvoll und erfolgreich.
Aber auch hier ist die Verwendung des richtigen Androgens wichtig. Würde man z.B. Testosteron-Gel verwenden, wie es zur Behandlung von Testosteron-mangelerscheinungen bei Männern üblich ist, erreicht man genau das Gegenteil. Dieses Testosteron wird in der weiblichen Haut zu Östrogen umgewandelt und würde die Cellulite eher verstärken. Daher ist Androstanolon das Mittel der Wahl, da es keine allgemeine Wirkung zeigt.

Melatonin

Besser als „Schlafhormon“ bekannt. Es kann in unserer Haut als Radikalfänger wirken und so Alterungsprozesse aufhalten. Außerdem zeigt es positiven Einfluss auf das Haarwachstum.

Wachstumshormon

In Studien konnte unter der inneren Gabe dieses Hormons die Kollagensynthese gesteigert werden. Aber über eine gezielte lokale Applikation liegen kontrollierte Studien noch nicht vor.

Schilddrüsenhormone

Diese Hormone werden nicht ursächlich mit Alterungsprozessen in Verbindung gebracht.