Starkes Schwitzen: Behandlung mit Muskelrelaxans

Starkes Schwitzen (Hyperhidrose) ist ein Problem, das die Betroffenen sehr stark belastet und ihr psychisches Gleichgewicht bedroht. Das übermäßige Schwitzen (Hyperhidrose) kann mit Muskelrelaxans behandelt werden. Ebenfalls kann diese Behandlung auch bei normalem Schwitzverhalten auf Wunsch durchgeführt werden, wenn auf Deos (besonders aluminiumhaltige) verzichtet werden möchte.

Betroffene Körperregion
Das starke Schwitzen tritt vor allem dort auf, wo die meisten Schweißdrüsen in der Haut zu finden sind: in den Achselhöhlen, an den Händen und Füßen. Das starke Schwitzen beginnt oft schon im Kindes- und Jugendalter, teilweise wird es vererbt.

Die Grenzen zwischen normalem Schwitzen und dem, was man als »starkes Schwitzen« bezeichnet, sind fließend. Ein Anhaltspunkt ist, dass diese Menschen auch in Ruhe ohne körperliche oder seelische Belastung und zu jeder Jahreszeit starkes Schwitzen erleben. Die Achselhöhlen werden triefend nass und der Schweiß rinnt am Körper herunter. Die Betroffenen fühlen sich durch sichtbare Schweißflecken unter den Achseln oft stark beeinträchtigt.

Zu einer Geruchsbelästigung kommt es in der Regel nicht, da die geruchsaktiven Substanzen aus den sog. apokrinen Drüsen (unterliegen vor allem hormoneller Stimulation) durch die wässrige Sekretion aus den ekkrinen Schweißdrüsen fortgespült werden.

Deodorants
Pflanzenextrakte
(Salbei, Eichenrinde)
Metallsalze
(Aluminiumchlorid)

Was kann man gegen starkes Schwitzen tun?

Gegen das starke Schwitzen helfen verschiedene Therapieansätze. Wie oben schon erwähnt, erzielt Muskelrelaxans gute Erfolge. Wer starkes Schwitzen nur in einer milden Form erlebt, dem helfen oft einfache Methoden.

Leitungswasser – Iontophorese
Entspannungstherapien
(z. B. Autogenes Training)

Entstehung des starken Schwitzens

Die Schweißdrüsen in der Haut sind mit Nervenendigungen des vegetativen Nervensystems verbunden, das zahlreiche Körperfunktionen steuert. Ist der Körper zu warm, regt das vegetative Nervensystem die Schweißabsonderung an – starkes Schwitzen ist die Folge.

Ein ganz normaler und wichtiger Vorgang im menschlichen Organismus. Allerdings erleben manche Menschen starkes Schwitzen, obwohl es eigentlich kalt ist. Gründe für das starke Schwitzen können Stress oder die ungewöhnlich hohe Ruheaktivität des vegetativen Nervensystems sein.

Behandlungsformen der Hyperhidrose

Wer starkes Schwitzen oder übermäßiges Schwitzen in der schweren Form erlebt, benötigt andere Behandlungsformen. Es lassen sich prinzipiell zwei Arten der Behandlung unterscheiden, die „nicht – operative: Behandlung mit Muskelrelaxans“ und die „operative: Schweißdrüsenabsaugung“.

Starkes Schwitzen: Behandlung mit Muskelrelaxans

Muskelrelaxans ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß, dessen Wirkung auf der Blockade von bestimmten Nervenimpulsen beruht. Wird es in die Haut gespritzt, gelangt es zu den Schweißdrüsen und blockiert gezielt die dort geleiteten Nervenimpulse. So wird starkes Schwitzen unterbunden. Andere Nervenimpulse, wie Fühlen und Tasten werden dadurch nicht beeinflusst. Muskelrelaxans ist seit Jahren ein zugelassenes Medikament zur Entspannung von Muskelverkrampfungen.

Durchführung der Muskelrelaxans-Behandlung

Die Muskelrelaxans Behandlung ist unkompliziert: Vor der Behandlung werden die Achseln rasiert. Zur Darstellung der hyperhidrotischen Anteile wird ein Jod-Stärke-Test durchgeführt. Die Achselhöhlen werden abgetrocknet, mit einem Watteträger wird die Jodlösung aufgetragen und mit Speisestärke bestäubt. Das übermäßig schwitzende Areal färbt sich braun-lila an und wird mit einem Stift eingezeichnet. Nun wird in diesem Areal im Abstand von ca. 2 cm punktuell das Muskelrelaxans flach unter die Haut gespritzt.

Der volle Behandlungseffekt tritt nach 3 – 7 Tagen ein. Für 6 bis 12 Monate ist starkes Schwitzen kein Problem mehr. Man nimmt an, dass sich nach wiederholten Injektionen mit Muskelrelaxans die Schweißdrüsen verkleinern und sich die Intervalle zwischen den einzelnen Injektionen vergrößern könnten.